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BIA-Messung in Hamburg mit seca mBCA 525

Ist die DEXA-Kör­per­fett­mes­sung wirk­lich so genau?

„Der DEXA-Scan gilt als genau­es­te Metho­de zur Kör­per­fett­mes­sung“ – die­sen Satz fin­den Sie über­all, wenn Sie online suchen. Er stimmt nur halb. Die DEXA-Mes­sung (Dual-Rönt­gen-Absorp­tio­me­trie, ein rönt­gen­ba­sier­tes Ver­fah­ren) ist gut, aber sie ist weder der eigent­li­che Gold­stan­dard noch in Deutsch­land für rei­ne Fit­ness-Zwe­cke über­haupt erlaubt. Und sie beant­wor­tet wei­te­re wich­ti­ge Fra­gen gar nicht: Wie steht es um Ihre Mus­kel­mas­se, Ihren Was­ser­haus­halt und Ihre Zellgesundheit?

Was der DEXA-Scan misst – und woher der Ruf als „Gold­stan­dard“ kommt

DEXA schickt zwei Rönt­gen­strah­len unter­schied­li­cher Ener­gie durch den Kör­per und trennt dar­aus Kno­chen, fett­freie Weich­teil­mas­se und Fett – ein soge­nann­tes 3‑Kom­par­ti­ment-Modell (drei unter­scheid­ba­re Bestand­tei­le). Für die Kno­chen­dich­te ist DEXA tat­säch­lich der inter­na­tio­nal aner­kann­te Gold­stan­dard, daher der gute Ruf. Für den Kör­per­fett­an­teil wird das Ver­fah­ren häu­fig als Refe­renz her­an­ge­zo­gen, weil es im Durch­schnitt ver­läss­li­che Wer­te lie­fert1. Die Strah­len­be­las­tung ist gering – etwa 1 bis 7 Mikro­sie­vert pro Mes­sung, deut­lich weni­ger als eine Rönt­gen­auf­nah­me des Brust­korbs mit rund 100 Mikro­sie­vert2.

Der eigent­li­che Gold­stan­dard ist ein anderer

In der Wis­sen­schaft gilt nicht DEXA als genau­es­te Metho­de, son­dern das 4‑Kom­par­ti­ment-Modell (es kom­bi­niert meh­re­re Refe­renz­ver­fah­ren für Fett, Was­ser, Kno­chen­mine­ral und Rest­mas­se). Ver­gleicht man DEXA damit, zei­gen sich beim ein­zel­nen Men­schen durch­aus Abwei­chun­gen: In einer Unter­su­chung an 152 Erwach­se­nen unter­schätz­te DEXA gera­de bei schlan­ken Per­so­nen den Fett­an­teil, mit indi­vi­du­el­len Dif­fe­ren­zen von meh­re­ren Pro­zent­punk­ten1. Hin­zu kommt: Gerä­te­ein­stel­lun­gen und Kali­brie­rung ver­schie­ben das Ergeb­nis. Wer für die nächs­te Mes­sung die Pra­xis wech­selt, ver­gleicht am Ende zwei unter­schied­lich kali­brier­te Gerä­te. Eine ech­te Ver­än­de­rung am eige­nen Kör­per lässt sich dar­aus kaum able­sen. DEXA ist also zuver­läs­sig bei der Wie­der­ho­lung am sel­ben Gerät – aber kein abso­lu­ter Maßstab.

In Deutsch­land gibt es eine recht­li­che Hürde

Jede Anwen­dung von Rönt­gen­strah­lung am Men­schen braucht hier­zu­lan­de eine recht­fer­ti­gen­de medi­zi­ni­sche Indi­ka­ti­on – so schreibt es das Strah­len­schutz­ge­setz vor3. Der gesund­heit­li­che Nut­zen muss die Strah­len­be­las­tung auf­wie­gen, und eine ent­spre­chend qua­li­fi­zier­te Ärz­tin oder ein Arzt muss das fest­stel­len. Eine DEXA-Mes­sung allein, um den Kör­per­fett­an­teil fürs Trai­ning zu ken­nen, erfüllt die­se Vor­aus­set­zung nicht. Ein sol­ches Ange­bot wer­den Sie in Deutsch­land des­halb kaum seri­ös fin­den – und genau des­halb sind strah­lungs­freie Ver­fah­ren hier die sinn­vol­le Wahl.

Die strah­lungs­freie Alter­na­ti­ve: die medi­zi­ni­sche Körperanalyse

In mei­ner Pra­xis arbei­te ich mit der medi­zi­ni­schen Kör­per­zu­sam­men­set­zungs-Ana­ly­se (mBCA) von seca – einem Ver­fah­ren, das in weni­gen Minu­ten und ganz ohne Strah­lung misst. Geprüft wur­de das Gerät gegen genau die Gold­stan­dards, an denen sich auch DEXA mes­sen las­sen muss. Für den Fett­an­teil ist das der ent­schei­den­de Punkt: Die seca-Wer­te wur­den gegen das 4‑Kom­par­ti­ment-Modell vali­diert, also gegen den eigent­li­chen Gold­stan­dard für Kör­per­fett. Dabei stimm­te die fett­freie Mas­se zu 98 Pro­zent mit dem Modell über­ein (R² = 0,98)4. Da sich der Fett­an­teil aus dem Kör­per­ge­wicht nach Abzug der fett­frei­en Mas­se ergibt, steht hin­ter dem Fett­wert die­sel­be Genauigkeit.

Auch bei den übri­gen Wer­ten hält das Gerät dem Ver­gleich stand. Die Ske­lett­mus­kel­mas­se stimm­te zu über 97 Pro­zent mit der Ganz­kör­per-Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­fie (MRT, ein bild­ge­ben­des Ver­fah­ren ohne Rönt­gen­strah­lung) über­ein5, das Kör­per­was­ser zu 98 Pro­zent mit der Deu­te­ri­um­ver­dün­nung (einem auf­wen­di­gen Gold­stan­dard-Labor­ver­fah­ren zur Was­ser­be­stim­mung)4. Dass eine weni­ge Sekun­den dau­ern­de bio­elek­tri­sche Mes­sung die­se Über­ein­stim­mung erreicht, sagt eini­ges über die Rei­fe des Ver­fah­rens. (Klei­ne Rand­no­tiz für Ham­bur­ge­rin­nen und Ham­bur­ger: Der Her­stel­ler seca sitzt hier in der Stadt.)

Kör­per­fett ist nur ein Teil des Bildes

Der Fett­an­teil ist nur einer von meh­re­ren aus­sa­ge­kräf­ti­gen Wer­ten. Für Gesund­heit und Leis­tungs­fä­hig­keit zäh­len drei wei­te­re Grö­ßen, die DEXA so nicht lie­fert: Ihre Mus­kel­mas­se (auch getrennt für Arme, Bei­ne und Rumpf), Ihr Was­ser­haus­halt (das Ver­hält­nis von Was­ser inner­halb und außer­halb der Zel­len) und Ihr Pha­sen­win­kel – ein Maß für die Sta­bi­li­tät Ihrer Zell­mem­bra­nen und damit ein guter Anhalts­punkt für Zell­ge­sund­heit und Vita­li­tät. Wer abneh­men möch­te, will Fett ver­lie­ren und Mus­keln behal­ten, nicht umge­kehrt. Genau die­se Unter­schei­dung macht die Ana­ly­se sicht­bar. So wird aus einer ein­zel­nen Zahl eine ech­te Stand­ort­be­stim­mung für Ihr Training.

So läuft die Mes­sung in mei­ner Pra­xis ab

Die Mes­sung selbst dau­ert nur weni­ge Minu­ten: Sie lie­gen auf der Behand­lungs­lie­ge und bekom­men jeweils 2 klei­ne Haft­elek­tro­den an bei­de Hän­de und bei­de Füße. Dann wer­den die Elek­tro­den mit der Meß­ein­heit ver­bun­den und die Mes­sung gestar­tet. Im Anschluss neh­me ich mir Zeit, die Wer­te mit Ihnen durch­zu­ge­hen und ein­zu­ord­nen, was sie für Sie und Ihr Trai­ning bedeu­ten. Die Kör­per­ana­ly­se inklu­si­ve kur­zer Aus­wer­tung bie­te ich in mei­ner Pra­xis in Ham­burg-St. Georg für 75 Euro an. Auf Wunsch lässt sie sich gut mit einer aus­führ­li­che­ren Ernäh­rungs- oder Stoff­wech­sel­be­ra­tung verbinden.

Wie eine BIA-Mes­sung in mei­ner Pra­xis abläuft und wie sie Teil der Stoff­wech­sel­ana­ly­se wird, lesen Sie auf der Sei­te zur Bio-Impe­danz-Ana­ly­se.

Foto: seca Deutschland

FAQ – Häu­fi­ge Fragen

Ist die DEXA-Mes­sung genau­er als eine pro­fes­sio­nel­le Körperanalyse? 

Nicht grund­sätz­lich. DEXA ist eine gute Refe­renz, aber nicht der eigent­li­che Gold­stan­dard – das ist das 4‑Kom­par­ti­ment-Modell. Eine medi­zi­nisch vali­dier­te Kör­per­ana­ly­se (mBCA) erreicht in Stu­di­en eine sehr hohe Über­ein­stim­mung mit den Gold­stan­dard-Ver­fah­ren4,5 – und das ganz ohne Röntgenstrahlung.

Sie ist gering, etwa 1 bis 7 Mikro­sie­vert pro Mes­sung – weni­ger als eine Brust­korb-Rönt­gen­auf­nah­me2. Klein ist aber nicht null, und genau des­halb gel­ten in Deutsch­land kla­re Regeln, wann geröntgt wer­den darf.

In der Regel nicht. Rönt­gen­strah­lung darf nur bei einer recht­fer­ti­gen­den medi­zi­ni­schen Indi­ka­ti­on ein­ge­setzt wer­den3. Eine Mes­sung allein aus Fit­ness- oder Life­style-Grün­den erfüllt die­se Vor­aus­set­zung nicht. Die strah­lungs­freie Kör­per­ana­ly­se ist hier die nahe­lie­gen­de Alternative.

Für den Kör­per­fett­an­teil wur­de sie gegen das 4‑Kom­par­ti­ment-Modell geprüft, den eigent­li­chen Gold­stan­dard – die fett­freie Mas­se und damit auch der Fett­wert stimm­ten zu 98 Pro­zent über­ein (R² = 0,98)4. Die Ske­lett­mus­kel­mas­se stimm­te zu über 97 Pro­zent mit der Ganz­kör­per-MRT über­ein5, das Kör­per­was­ser zu 98 Pro­zent mit der Deu­te­ri­um­ver­dün­nung4. Für die Ver­laufs­kon­trol­le ist sie zudem gut repro­du­zier­bar, wenn man unter ver­gleich­ba­ren Bedin­gun­gen misst.

75 Euro, inklu­si­ve einer per­sön­li­chen Aus­wer­tung der Wer­te. Bit­te pla­nen Sie für den Ter­min 30 Minu­ten ein.

Für sport­lich akti­ve Men­schen, die ihren Trai­nings­fort­schritt seri­ös ver­fol­gen möch­ten, für alle, die abneh­men und dabei Mus­keln erhal­ten wol­len, und als Stand­ort­be­stim­mung bei anhal­ten­der Erschöp­fung oder nach einer län­ge­ren gesund­heit­li­chen Pause.

Van der Ploeg GE, Withers RT, Lafor­gia J. Per­cent body fat via DEXA: com­pa­ri­son with a four-com­part­ment model. Jour­nal of Appli­ed Phy­sio­lo­gy. 2003;94(2):499–506.

Dual-Rönt­gen-Absorp­tio­me­trie (DEXA) – Strah­len­ex­po­si­ti­on. Doc­Me­di­cus Gesund­heits­le­xi­kon, 2025.

Strah­len­schutz­ge­setz (StrlSchG), §83 – Recht­fer­ti­gen­de Indi­ka­ti­on. Bun­des­amt für Strah­len­schutz (BfS).

Bosy-West­phal A, Schau­tz B, Later W, Kehay­i­as JJ, Gal­lag­her D, Mül­ler MJ. What makes a BIA equa­ti­on uni­que? Vali­di­ty of eight-elec­tro­de mul­ti­fre­quen­cy BIA to esti­ma­te body com­po­si­ti­on in a healt­hy adult popu­la­ti­on. Euro­pean Jour­nal of Cli­ni­cal Nut­ri­ti­on. 2013;67(Suppl 1):S14–S21.

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Artikel von
Kai Stefan Haschke
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