„Der DEXA-Scan gilt als genaueste Methode zur Körperfettmessung“ – diesen Satz finden Sie überall, wenn Sie online suchen. Er stimmt nur halb. Die DEXA-Messung (Dual-Röntgen-Absorptiometrie, ein röntgenbasiertes Verfahren) ist gut, aber sie ist weder der eigentliche Goldstandard noch in Deutschland für reine Fitness-Zwecke überhaupt erlaubt. Und sie beantwortet weitere wichtige Fragen gar nicht: Wie steht es um Ihre Muskelmasse, Ihren Wasserhaushalt und Ihre Zellgesundheit?
Was der DEXA-Scan misst – und woher der Ruf als „Goldstandard“ kommt
DEXA schickt zwei Röntgenstrahlen unterschiedlicher Energie durch den Körper und trennt daraus Knochen, fettfreie Weichteilmasse und Fett – ein sogenanntes 3‑Kompartiment-Modell (drei unterscheidbare Bestandteile). Für die Knochendichte ist DEXA tatsächlich der international anerkannte Goldstandard, daher der gute Ruf. Für den Körperfettanteil wird das Verfahren häufig als Referenz herangezogen, weil es im Durchschnitt verlässliche Werte liefert1. Die Strahlenbelastung ist gering – etwa 1 bis 7 Mikrosievert pro Messung, deutlich weniger als eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs mit rund 100 Mikrosievert2.
Der eigentliche Goldstandard ist ein anderer
In der Wissenschaft gilt nicht DEXA als genaueste Methode, sondern das 4‑Kompartiment-Modell (es kombiniert mehrere Referenzverfahren für Fett, Wasser, Knochenmineral und Restmasse). Vergleicht man DEXA damit, zeigen sich beim einzelnen Menschen durchaus Abweichungen: In einer Untersuchung an 152 Erwachsenen unterschätzte DEXA gerade bei schlanken Personen den Fettanteil, mit individuellen Differenzen von mehreren Prozentpunkten1. Hinzu kommt: Geräteeinstellungen und Kalibrierung verschieben das Ergebnis. Wer für die nächste Messung die Praxis wechselt, vergleicht am Ende zwei unterschiedlich kalibrierte Geräte. Eine echte Veränderung am eigenen Körper lässt sich daraus kaum ablesen. DEXA ist also zuverlässig bei der Wiederholung am selben Gerät – aber kein absoluter Maßstab.
In Deutschland gibt es eine rechtliche Hürde
Jede Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen braucht hierzulande eine rechtfertigende medizinische Indikation – so schreibt es das Strahlenschutzgesetz vor3. Der gesundheitliche Nutzen muss die Strahlenbelastung aufwiegen, und eine entsprechend qualifizierte Ärztin oder ein Arzt muss das feststellen. Eine DEXA-Messung allein, um den Körperfettanteil fürs Training zu kennen, erfüllt diese Voraussetzung nicht. Ein solches Angebot werden Sie in Deutschland deshalb kaum seriös finden – und genau deshalb sind strahlungsfreie Verfahren hier die sinnvolle Wahl.
Die strahlungsfreie Alternative: die medizinische Körperanalyse
In meiner Praxis arbeite ich mit der medizinischen Körperzusammensetzungs-Analyse (mBCA) von seca – einem Verfahren, das in wenigen Minuten und ganz ohne Strahlung misst. Geprüft wurde das Gerät gegen genau die Goldstandards, an denen sich auch DEXA messen lassen muss. Für den Fettanteil ist das der entscheidende Punkt: Die seca-Werte wurden gegen das 4‑Kompartiment-Modell validiert, also gegen den eigentlichen Goldstandard für Körperfett. Dabei stimmte die fettfreie Masse zu 98 Prozent mit dem Modell überein (R² = 0,98)4. Da sich der Fettanteil aus dem Körpergewicht nach Abzug der fettfreien Masse ergibt, steht hinter dem Fettwert dieselbe Genauigkeit.
Auch bei den übrigen Werten hält das Gerät dem Vergleich stand. Die Skelettmuskelmasse stimmte zu über 97 Prozent mit der Ganzkörper-Magnetresonanztomografie (MRT, ein bildgebendes Verfahren ohne Röntgenstrahlung) überein5, das Körperwasser zu 98 Prozent mit der Deuteriumverdünnung (einem aufwendigen Goldstandard-Laborverfahren zur Wasserbestimmung)4. Dass eine wenige Sekunden dauernde bioelektrische Messung diese Übereinstimmung erreicht, sagt einiges über die Reife des Verfahrens. (Kleine Randnotiz für Hamburgerinnen und Hamburger: Der Hersteller seca sitzt hier in der Stadt.)
Körperfett ist nur ein Teil des Bildes
Der Fettanteil ist nur einer von mehreren aussagekräftigen Werten. Für Gesundheit und Leistungsfähigkeit zählen drei weitere Größen, die DEXA so nicht liefert: Ihre Muskelmasse (auch getrennt für Arme, Beine und Rumpf), Ihr Wasserhaushalt (das Verhältnis von Wasser innerhalb und außerhalb der Zellen) und Ihr Phasenwinkel – ein Maß für die Stabilität Ihrer Zellmembranen und damit ein guter Anhaltspunkt für Zellgesundheit und Vitalität. Wer abnehmen möchte, will Fett verlieren und Muskeln behalten, nicht umgekehrt. Genau diese Unterscheidung macht die Analyse sichtbar. So wird aus einer einzelnen Zahl eine echte Standortbestimmung für Ihr Training.
So läuft die Messung in meiner Praxis ab
Die Messung selbst dauert nur wenige Minuten: Sie liegen auf der Behandlungsliege und bekommen jeweils 2 kleine Haftelektroden an beide Hände und beide Füße. Dann werden die Elektroden mit der Meßeinheit verbunden und die Messung gestartet. Im Anschluss nehme ich mir Zeit, die Werte mit Ihnen durchzugehen und einzuordnen, was sie für Sie und Ihr Training bedeuten. Die Körperanalyse inklusive kurzer Auswertung biete ich in meiner Praxis in Hamburg-St. Georg für 75 Euro an. Auf Wunsch lässt sie sich gut mit einer ausführlicheren Ernährungs- oder Stoffwechselberatung verbinden.
Wie eine BIA-Messung in meiner Praxis abläuft und wie sie Teil der Stoffwechselanalyse wird, lesen Sie auf der Seite zur Bio-Impedanz-Analyse.
Foto: seca Deutschland
FAQ – Häufige Fragen
Ist die DEXA-Messung genauer als eine professionelle Körperanalyse?
Nicht grundsätzlich. DEXA ist eine gute Referenz, aber nicht der eigentliche Goldstandard – das ist das 4‑Kompartiment-Modell. Eine medizinisch validierte Körperanalyse (mBCA) erreicht in Studien eine sehr hohe Übereinstimmung mit den Goldstandard-Verfahren4,5 – und das ganz ohne Röntgenstrahlung.
Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei einer DEXA-Messung?
Sie ist gering, etwa 1 bis 7 Mikrosievert pro Messung – weniger als eine Brustkorb-Röntgenaufnahme2. Klein ist aber nicht null, und genau deshalb gelten in Deutschland klare Regeln, wann geröntgt werden darf.
Kann ich in Hamburg eine DEXA-Messung nur für meinen Körperfettanteil machen?
In der Regel nicht. Röntgenstrahlung darf nur bei einer rechtfertigenden medizinischen Indikation eingesetzt werden3. Eine Messung allein aus Fitness- oder Lifestyle-Gründen erfüllt diese Voraussetzung nicht. Die strahlungsfreie Körperanalyse ist hier die naheliegende Alternative.
Wie genau ist die seca-Körperanalyse?
Für den Körperfettanteil wurde sie gegen das 4‑Kompartiment-Modell geprüft, den eigentlichen Goldstandard – die fettfreie Masse und damit auch der Fettwert stimmten zu 98 Prozent überein (R² = 0,98)4. Die Skelettmuskelmasse stimmte zu über 97 Prozent mit der Ganzkörper-MRT überein5, das Körperwasser zu 98 Prozent mit der Deuteriumverdünnung4. Für die Verlaufskontrolle ist sie zudem gut reproduzierbar, wenn man unter vergleichbaren Bedingungen misst.
Was kostet eine Körperanalyse in Ihrer Praxis?
75 Euro, inklusive einer persönlichen Auswertung der Werte. Bitte planen Sie für den Termin 30 Minuten ein.
Für wen ist die Messung sinnvoll?
Für sportlich aktive Menschen, die ihren Trainingsfortschritt seriös verfolgen möchten, für alle, die abnehmen und dabei Muskeln erhalten wollen, und als Standortbestimmung bei anhaltender Erschöpfung oder nach einer längeren gesundheitlichen Pause.
1 Van der Ploeg GE, Withers RT, Laforgia J. Percent body fat via DEXA: comparison with a four-compartment model. Journal of Applied Physiology. 2003;94(2):499–506.
2 Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA) – Strahlenexposition. DocMedicus Gesundheitslexikon, 2025.
3 Strahlenschutzgesetz (StrlSchG), §83 – Rechtfertigende Indikation. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).
4 Bosy-Westphal A, Schautz B, Later W, Kehayias JJ, Gallagher D, Müller MJ. What makes a BIA equation unique? Validity of eight-electrode multifrequency BIA to estimate body composition in a healthy adult population. European Journal of Clinical Nutrition. 2013;67(Suppl 1):S14–S21.
5 Bosy-Westphal A, Jensen B, Braun W, Pourhassan M, Gallagher D, Müller MJ. Quantification of whole-body and segmental skeletal muscle mass using phase-sensitive 8‑electrode medical bioelectrical impedance devices. European Journal of Clinical Nutrition. 2017;71(9):1061–1067.