WENN DIE SCHILDDRÜSE AUS DEM TAKT GERÄT
Hashimoto-Behandlung
Ursachen finden als Grundlage
Brain-Fog, Gewichtszunahme, Erschöpfung – Wenn es Ihnen trotz optimalem TSH-Wert nicht gut geht
Brain-Fog, Gewichtszunahme, Erschöpfung – Wenn es Ihnen trotz optimalem TSH-Wert nicht gut geht
Viele Patientinnen kommen zu mir nach Jahren der schulmedizinischen Behandlung. Die Schilddrüsenwerte sind „gut eingestellt« – und trotzdem fühlen sie sich erschöpft, frieren ständig, nehmen zu, kämpfen mit Konzentrationsproblemen oder Haarausfall. Andere haben verschiedene Diäten probiert, Nahrungsergänzungsmittel kombiniert, alternative Therapien getestet, ohne dass sich das Beschwerdebild dauerhaft verändert hätte. Der Grund: Die fehlgeleitete Immunreaktion gegen die Schilddrüse hat in der Regel mehrere Auslöser – gestörte Darmbarriere, chronische Erreger, Mikronährstoffmangel, Belastung mit toxischen Metallen. Erst eine strukturierte Diagnostik macht sichtbar, wo die Behandlung wirklich ansetzen muss.
Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Autoimmunerkrankung in Deutschland. Eine aktuelle Versorgungsatlas-Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung weist ein Auftreten bei 2,3 Prozent unter gesetzlich Versicherten aus.¹ Die Erkrankung hat zwischen 2012 und 2022 um 72 Prozent zugenommen.¹ Frauen sind 5- bis 10-mal häufiger betroffen als Männer, der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.² Subklinische Verläufe (Laborwerte sind auffällig, die Menschen merken davon aber noch nichts) werden auf 6 bis 10 Prozent geschätzt – die tatsächliche Häufigkeit liegt also deutlich höher als die Diagnosezahlen vermuten lassen.³
In meiner Praxis ist die ganzheitliche Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis seit 25 Jahren ein zentraler Schwerpunkt. Die Aufgabe heißt nicht nur, die Beschwerden zu lindern, sondern herauszufinden, warum das Immunsystem die Schilddrüse überhaupt angreift – und einen Behandlungsweg zu erarbeiten, der über das Ersetzen fehlender Hormone hinausgeht.
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, die durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems ausgelöst wird. Statt körperfremde Strukturen abzuwehren, greift das Immunsystem die eigenen Schilddrüsenzellen an. Im Blut sind dann Antikörper gegen die Schilddrüsenperoxidase (TPO-AK) und gegen Thyreoglobulin (TG-AK) nachweisbar.
Im Verlauf wird Schilddrüsengewebe zerstört, die Hormonproduktion sinkt, eine Schilddrüsenunterfunktion entsteht. Hashimoto ist die häufigste Ursache der primären Hypothyreose.²
Die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (fT3) und Thyroxin (fT4) steuern die Aktivität des gesamten Stoffwechsels. Wenn sie fehlen oder die Zellen nicht mehr richtig auf sie reagieren, sind die Folgen vielfältig:
Was viele nicht wissen: Bei etwa einem Viertel aller Hashimoto-Patientinnen treten Begleiterkrankungen auf – etwa Nebennierenschwäche, HPU/KPU, Diabetes, Vitiligo, rheumatische Erkrankungen, Glutensensitivität, Zöliakie oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen.² Das deutet auf das Grundproblem hin: Die Autoimmunreaktion betrifft selten nur ein Organ.
Die schulmedizinische Standardtherapie der Hashimoto-Erkrankung besteht aus der Substitution mit L‑Thyroxin, gelegentlich ergänzt durch Selen. Das ist ein wichtiger Baustein – aber er behandelt das Symptom, nicht die Ursache.
Das fehlgeleitete Immunsystem greift die Schilddrüse weiter an, auch unter laufender Hormongabe. Solange die Auslöser dieser Fehlsteuerung unbehandelt bleiben, schreitet der Gewebsabbau fort. Genau das schildern viele Patientinnen in meiner Praxis: „Trotz gut eingestellter Schilddrüsenhormone geht es mir einfach nicht gut.«
Hashimoto ist deshalb keine reine Hormonkrankheit, sondern eine Erkrankung des Immunsystems – mit der Schilddrüse als sichtbarstem Schauplatz. Eine ursachenorientierte Behandlung berücksichtigt mehrere Ebenen gleichzeitig.
Eine Hashimoto-Behandlung beginnt mit einer präzisen Bestandsaufnahme. Der oft allein bestimmte TSH-Wert reicht für eine wirklich aussagekräftige Diagnostik nicht aus.
Neben TSH gehören die freien Hormone (fT3, fT4) und das reverse T3 (rT3) zur Basisdiagnostik. Die Antikörper gegen Schilddrüsenperoxidase (TPO-AK), gegen Thyreoglobulin (TG-AK) und gegen den TSH-Rezeptor (TRAK) klären, ob eine autoimmune Komponente vorliegt.²
Bei Hashimoto-Patienten finde ich fast immer Defizite bei Selen, Jod, Eisen (Ferritin, Eisen, CRP) und Vitamin D. Eine Omega-3-Fettsäureanalyse gibt Aufschluss über die Fähigkeit, Entzündungen entgegenzuwirken. Bei vegetarischer oder veganer Ernährung kommen Gesamteiweiß und Holotranscobalamin (aktives Vitamin B12) hinzu.
Laborwerte zeigen, was im Blut gemessen werden kann – nicht aber, wie die Zellen tatsächlich auf die Schilddrüsenhormone reagieren. Hier hilft eine Temperaturkurve: vier Messungen täglich (Mundtemperatur) über mehrere Tage. Die Methode ist etwas aufwendig, liefert aber oft genauere Hinweise auf die Stoffwechsellage als reine Blutwerte.
Im Dünndarm sitzt mit dem darmassoziierten lymphatischen Gewebe (GALT) ein erheblicher Teil der körpereigenen Immunzellen – nach gängiger Schätzung etwa 70 Prozent.⁴ Eine gestörte Darmbarriere („Leaky Gut«) lässt größere Eiweißbruchstücke aus der Nahrung passieren, die im Blut auf das Immunsystem treffen. Eine niedriggradige, chronische Entzündung kann die Folge sein. Marker wie Zonulin und das intestinale Fettsäure-Bindungsprotein (iFABP) im Serum geben Hinweise auf den Zustand der Schleimhaut.
Verschiedene Infektionen werden als mögliche Trigger einer Hashimoto-Thyreoiditis diskutiert. Am besten untersucht ist die Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus (EBV): In einer aktuellen Studie wiesen 48 Prozent der neu diagnostizierten Hashimoto-Patientinnen eine EBV-Reaktivierung auf, in der Kontrollgruppe niemand.⁵ Auch Yersinia enterocolitica wird als Auslöser über molekulare Mimikry (das Immunsystem versucht die chronischen Erreger anzugreifen, erwischt dabei aber die Körperzellen, in denen die Erreger sich versteckt halten) diskutiert; eine Meta-Analyse aus 2020 fand ein vermehrtes Vorkommen bei Autoimmunthyreopathien (autoimmun bedingten Schilddrüsenerkrankungen).⁶ Bei Helicobacter pylori ist die Studienlage gemischt – einzelne Arbeiten zeigen einen Rückgang der TPO-Antikörper nach erfolgreicher Behandlung der Erreger mit Antibiotika.⁷ Zytomegalievirus wird ebenfalls als möglicher Faktor genannt. Welche Erreger im Einzelfall relevant sind, klärt sich über gezielte Diagnostik.
Bei nahezu allen Hashimoto-Patientinnen, die in meiner Praxis vorstellig werden, finde ich Belastungen mit toxischen Metallen – Quecksilber, Blei, Arsen, Cadmium, Aluminium. Die Diagnostik erfolgt über einen Provokationstest mit anschließender Urinanalyse, ergänzt durch Anamnese (Amalgamfüllungen, berufliche Exposition, Lebensumfeld).
Wenn die Schilddrüse nicht optimal arbeitet, kompensiert die Nebenniere oft mit vermehrter Produktion von Stresshormonen. Das gleicht das Energielevel kurzfristig aus, führt langfristig aber zu Erschöpfung. Ein Cortisol-Speicheltest zu mehreren Tageszeiten zeigt das Tagesprofil.
Reaktionen auf glutenhaltiges Getreide, Milcheiweiß (Casein), Sojaprotein, Hühnereiklar oder bestimmte tierische Eiweiße können Entzündungsprozesse befeuern. Die Ermittlung erfolgt zunächst meist über den Biofeldtest. Bei Bedarf kann eine laborbasierte Diagnostik nach strukturierter Eliminations- und Provokationsdiät folgen.
Aus den Befunden ergibt sich ein individueller Behandlungsplan. Welche Bausteine im Einzelfall notwendig sind und in welcher Reihenfolge sie zum Einsatz kommen, hängt vom Befundbild, dem Leidensdruck und der persönlichen Belastbarkeit ab.
Selen, Jod, Eisen, Vitamin D, B‑Vitamine und Omega-3-Fettsäuren werden auf Basis der Laborwerte gezielt ausgeglichen – nicht pauschal nach Schema. Eine Überversorgung kann ebenso problematisch sein wie ein Mangel. Bei Jod ist besondere Vorsicht geboten: Eine zusätzliche Jodgabe ohne klare Indikation kann die Entzündung der Schilddrüse verstärken.²
Die Wiederherstellung der Darmbarriere steht oft am Anfang der Therapie. Dazu gehören eine antientzündliche Ernährung, gezielter Aufbau der Darmflora, das Aussetzen identifizierter Trigger-Lebensmittel und die Behandlung etwaiger Dysbiosen. Sinnvoll begleitet wird das durch Mikronährstoffe, die die Schleimhaut aufbauen helfen.
Werden chronische Erreger nachgewiesen, folgt die gezielte Behandlung. Je nach Erreger und Konstitution kommen schul- oder komplementärmedizinische Verfahren zum Einsatz. Eine Eradikation kann zur deutlichen Reduktion der Schilddrüsenautoantikörper beitragen.⁷
Die Schwermetallausleitung erfolgt mit gut verträglichen Chelatbildnern, abgestimmt auf die individuelle Belastung und die Ausscheidungskapazität. Begleitet wird sie durch Mikronährstoffsubstitution und Unterstützung der Entgiftungsorgane (Leber, Niere, Darm).
Wenn die Grundlagen geschaffen sind – Mikronährstoffe ausgeglichen, Darm reguliert, Erreger und Metalle behandelt – bleibt die zentrale Aufgabe: das fehlgeleitete Immunsystem neu zu kalibrieren.
Die Mikroimmuntherapie kommt bei Hashimoto-Patientinnen in meiner Praxis regelmäßig zum Einsatz. Sie arbeitet mit Zytokinen – körpereigenen Botenstoffen, mit denen Immunzellen untereinander kommunizieren. Die im Labor hergestellten Zytokin-Präparate werden in Low- oder Ultra-Low-Dosierungen eingesetzt und sollen die fehlgeleitete Immunreaktion regulieren. Je nach Befund werden weitere immunmodulierende Verfahren individuell ausgewählt.
Ein Beratungsgespräch beginnt mit einer ausführlichen Anamnese. Wann begannen die Beschwerden? Welche Vorerkrankungen, Operationen, Antibiotikatherapien gab es in der Vorgeschichte? Wie steht es um Ernährung, Schlaf, Stress, hormonelle Phasen? Welche Behandlungen wurden bereits versucht? Damit wir die 60 Minuten beim Erstgespräch optimal nutzen können, sende ich Ihnen vir unserem Termin einen digitalen Fragebogen zu, den Sie entspannt zu Hause ausfüllen können. Bringen Sie Ihre bisherigen Befunde gern mit – so können wir gemeinsam einordnen, was schon abgeklärt ist.
Aus der Anamnese ergibt sich, welche Diagnostik im ersten Schritt sinnvoll ist und in welcher Reihenfolge. Häufig steht die Beurteilung der Darmschleimhaut und des Mikronährstoffstatus am Anfang, parallel die Schilddrüsen- und Antikörperdiagnostik.
Beim zweiten Termin besprechen wir die Befunde im Detail und entwickeln gemeinsam einen Behandlungsplan. Manche Patientinnen bevorzugen ein schrittweises Vorgehen, andere möchten bei hohem Leidensdruck parallel an mehreren Themen arbeiten – beides ist möglich. Sie entscheiden mit.
Diese Information ersetzt keine ärztliche Beratung. Eine begonnene Behandlung mit Schilddrüsenhormonen sollte nur in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt verändert werden.
Die Beratung biete ich in meiner Praxis in Hamburg-St. Georg an, ebenso als Videosprechstunde im gesamten deutschsprachigen Raum. Den Ersttermin lege ich bevorzugt in die Praxis, da die Blutabnahme nur vor Ort in der Praxis möglich ist und der Gesetzgeber Ferndiagnosen verbietet. Folgetermine können auch online stattfinden.
Ein Beratungsgespräch dauert in der Regel 60 Minuten. Sie erhalten eine schriftliche Zusammenfassung mit Empfehlungen, die Sie auch an mitbehandelnde Ärztinnen und Ärzte weitergeben können.
Termin telefonisch vereinbaren: 040 20933810
Kai Stefan Haschke ist Heilpraktiker in Hamburg St. Georg. Zugelassen seit 1999, seit 2000 in eigener Praxis – zunächst in Stuttgart, seit 2010 in Hamburg, seit 2018 am Holzdamm gegenüber dem Hotel Atlantic. Behandlungsschwerpunkte: Autoimmunerkrankungen (besonders Hashimoto-Thyreoiditis), chronische Beschwerden, Ernährungs- und Stoffwechseltherapie, individuelle Krebsberatung.
Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH) und im Arbeitskreis für Klinische Toxikologie der DGUHT.
→ Termin vereinbaren: 040 20933810
Kai Stefan Haschke ist Heilpraktiker in Hamburg St. Georg. Zugelassen seit 1999, seit 2000 in eigener Praxis – zunächst in Stuttgart, seit 2010 in Hamburg, seit 2018 am Holzdamm gegenüber dem Hotel Atlantic. Behandlungsschwerpunkte: Autoimmunerkrankungen (besonders Hashimoto-Thyreoiditis), chronische Beschwerden, Ernährungs- und Stoffwechseltherapie, individuelle Krebsberatung.
Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH) und im Arbeitskreis für Klinische Toxikologie der DGUHT.
→ Termin vereinbaren: 040 20933810
Erste Verbesserungen treten häufig nach acht bis zwölf Wochen auf – mehr Energie, klarerer Kopf, weniger Beschwerden. Für eine nachhaltige Regulation des Immunsystems sollte ein Behandlungszeitraum von sechs bis zwölf Monaten eingeplant werden. Die tatsächliche Dauer hängt von der Anzahl der zu bearbeitenden Themen, der individuellen Belastbarkeit und der Reaktion auf die einzelnen Behandlungsschritte ab.
Nein, das ist nur in Ausnahmefällen möglich und hängt davon ab, wie weit die Schilddrüse bereits geschädigt ist. Ein Schilddrüsenultraschall beim Internisten oder Endokrinologen klärt das Volumen. Bei einem Schilddrüsenvolumen unter 6 ml (bei Frauen) oder 8 ml (bei Männern) ist die Eigenproduktion meist so eingeschränkt, dass eine Hormonsubstitution dauerhaft notwendig bleibt. Bei Volumina unter 4 ml liegt eine fortgeschrittene Gewebezerstörung vor.⁸ Das Ziel ist in diesen Fällen nicht der Hormonverzicht, sondern eine möglichst gute Lebensqualität trotz Hormoneinnahme – und die Reduktion der Autoimmunaktivität, die das verbliebene Gewebe weiter zerstört. Veränderungen der Hormondosis erfolgen immer in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.
Laborwerte zeigen, was im Blut zirkuliert. Sie sagen wenig darüber aus, wie die Zellen tatsächlich auf die Schilddrüsenhormone reagieren. Manche Patientinnen haben formal „normale« Werte und fühlen sich trotzdem schlecht. Die Mundtemperatur über mehrere Tage gemessen liefert ein Bild davon, wie aktiv der Stoffwechsel auf Zellebene wirklich ist. Diese Information ergänzt das Laborbild – sie ersetzt es nicht.
Die schulmedizinische Behandlung ersetzt das fehlende Schilddrüsenhormon. Das ist sinnvoll und in den allermeisten Fällen notwendig. Eine ursachenorientierte Behandlung fragt zusätzlich: Warum greift das Immunsystem die Schilddrüse überhaupt an? Welche Trigger lassen sich identifizieren – Darmbarriere, Erreger, Schwermetalle, Mikronährstoffmangel? Der Fokus liegt auf der Regulation, nicht nur auf dem Ersatz.
Die Basis bilden TSH, freies T3, freies T4, reverses T3 sowie die Antikörper TPO-AK, TG-AK und TRAK. Hinzu kommen Mikronährstoffe (Jod, Selen, Eisen, Ferritin, Vitamin D), Omega-3-Fettsäureprofil, Darmmarker (Zonulin, iFABP) und – je nach Verdacht – Cortisol-Tagesprofil, Schwermetallanalyse oder Erregerdiagnostik. Welche Parameter im konkreten Fall sinnvoll sind, ergibt sich aus der Anamnese und der bisherigen Befundlage.
Im Darm sitzt ein erheblicher Teil der körpereigenen Immunzellen – nach gängiger Schätzung etwa 70 Prozent.⁴ Eine gestörte Darmbarriere lässt größere Eiweißbruchstücke ins Blut gelangen, die das Immunsystem aktivieren. Diese chronische, niedriggradige Aktivierung kann an der Entstehung und am Fortschreiten von Autoimmunerkrankungen beteiligt sein. Die Wiederherstellung der Schleimhautfunktion ist deshalb ein zentraler Therapieansatz – nicht nur bei Verdauungsbeschwerden, sondern bei nahezu allen autoimmunbedingten Erkrankungen.
Verschiedene chronische Erreger werden als mögliche Trigger diskutiert. Am besten untersucht ist die Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus: Eine aktuelle Studie wies bei 48 Prozent der neu diagnostizierten Hashimoto-Patientinnen eine EBV-Reaktivierung nach, in der Kontrollgruppe niemand.⁵ Auch Yersinia enterocolitica und Helicobacter pylori werden als Auslöser über molekulare Mimikry untersucht.⁶ ⁷ Ob ein Erreger im Einzelfall eine Rolle spielt, klärt sich über gezielte Diagnostik.
Quecksilber, Blei, Arsen, Cadmium und Aluminium können Enzymfunktionen stören, das Immunsystem belasten und Autoimmunprozesse begünstigen. Bei nahezu allen Hashimoto-Patientinnen, die in meine Praxis kommen, lassen sich solche Belastungen nachweisen. Die Diagnostik erfolgt über einen Provokationstest mit anschließender Urinanalyse, die Therapie über gezielte Ausleitung mit gut verträglichen Chelatbildnern – immer abgestimmt auf die individuelle Verträglichkeit und Ausscheidungskapazität.
Heilpraktiker-Leistungen werden von gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht erstattet. Private Krankenversicherungen und Heilpraktiker-Zusatzversicherungen erstatten je nach Tarif anteilig oder vollständig. Weitere Infos zur Erstattung finden Sie in den FAQs auf der Startseite.
Den Ersttermin lege ich bevorzugt in die Praxis, da eine Blutabnahme per Video noch nicht möglich ist. Zudem verbietet das Gesetz das Stellen von Ferndiagnosen. Folgetermine können auch als Videosprechstunde stattfinden – das ist für Patientinnen aus dem Hamburger Umland oder von außerhalb oft eine sinnvolle Option.
Im ersten Termin nehme ich mir 60 Minuten Zeit. In dieser Zeit erfasse ich Beschwerden, Vorerkrankungen, bisherige Befunde und Lebensumstände im Detail. Auf dieser Basis entsteht ein Vorschlag für die weitere Diagnostik und erste therapeutische Schritte. Sie erhalten eine schriftliche Zusammenfassung der Empfehlungen. Folgegespräche dienen der Auswertung von Befunden, der Anpassung des Vorgehens und der Begleitung im weiteren Verlauf.
Es gibt Fragen zur Hashimoto-Behandlung, die mir oder dem Praxisteam häufiger gestellt werden. Hier finden Sie die Antworten auf diese Fragen. Wenn Ihre Frage hier nicht beantwortet wird, scheuen Sie sich nicht und schicken uns Ihre Frage über das Kontaktformular oder per E‑Mail.
¹ Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Versorgungsatlas-Studie: Entwicklung der Prävalenz diagnostizierter Autoimmunerkrankungen im Zeitraum 2012–2022. Berlin, November 2024.
² Limbach-Gruppe. Hashimoto-Thyreoiditis: Die häufigste Ursache einer Hypothyreose. Fachinformation 2025.
³ Hollowell JG, Staehling NW, Flanders WD et al. Serum TSH, T(4), and thyroid antibodies in the United States population (1988 to 1994): NHANES III. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2002; 87(2):489–499.
⁴ Vighi G, Marcucci F, Sensi L, Di Cara G, Frati F. Allergy and the gastrointestinal system. Clinical and Experimental Immunology 2008; 153(Suppl 1):3–6. Sowie: Steinhoff U. Auto-immunity and the gut. Best Practice & Research Clinical Gastroenterology 2014; 28(6):1161–1171.
⁵ Wojtaszek E, Sutkowska-Stępień K, Pelka M et al. Does Epstein–Barr virus and intracellular Toll-like receptors affect the course of Hashimoto disease? Findings from studies on newly-diagnosed patients. Polish Archives of Internal Medicine 2024.
⁶ Bagheri M, Roghani-Shahraki H, Najari M et al. Associations of Yersinia enterocolitica Infection with Autoimmune Thyroid Diseases: A Systematic Review and Meta-Analysis. Endocrine, Metabolic & Immune Disorders – Drug Targets 2020; 21(8):1442–1449.
⁷ Shajari M, Rezaei M, Osmani F et al. Correlation between Autoimmune Hashimoto’s Thyroiditis and Helicobacter pylori Infection: A Case-Control Study. Middle East Journal of Digestive Diseases 2024; 16(4):230–234.
⁸ Caturegli P, De Remigis A, Rose NR. Hashimoto thyroiditis: clinical and diagnostic criteria. Autoimmunity Reviews 2014; 13(4–5):391–397. Sowie: Wikipedia/Lehrbuchwerte zur atrophen Verlaufsform (Schilddrüsenvolumen unter 6 ml bei Frauen, unter 8 ml bei Männern).