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WENN DIE SCHILD­DRÜ­SE AUS DEM TAKT GERÄT

Hash­i­mo­to-Behand­lung
Ursa­chen fin­den als Grundlage

Brain-Fog, Gewichts­zu­nah­me, Erschöp­fung – Wenn es Ihnen trotz opti­ma­lem TSH-Wert nicht gut geht

Wenn Hor­mo­ne allein nicht reichen

Vie­le Pati­en­tin­nen kom­men zu mir nach Jah­ren der schul­me­di­zi­ni­schen Behand­lung. Die Schild­drü­sen­wer­te sind „gut ein­ge­stellt« – und trotz­dem füh­len sie sich erschöpft, frie­ren stän­dig, neh­men zu, kämp­fen mit Kon­zen­tra­ti­ons­pro­ble­men oder Haar­aus­fall. Ande­re haben ver­schie­de­ne Diä­ten pro­biert, Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel kom­bi­niert, alter­na­ti­ve The­ra­pien getes­tet, ohne dass sich das Beschwer­de­bild dau­er­haft ver­än­dert hät­te. Der Grund: Die fehl­ge­lei­te­te Immun­re­ak­ti­on gegen die Schild­drü­se hat in der Regel meh­re­re Aus­lö­ser – gestör­te Darm­bar­rie­re, chro­ni­sche Erre­ger, Mikro­nähr­stoff­man­gel, Belas­tung mit toxi­schen Metal­len. Erst eine struk­tu­rier­te Dia­gnos­tik macht sicht­bar, wo die Behand­lung wirk­lich anset­zen muss.

Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis ist die häu­figs­te Auto­im­mun­erkran­kung in Deutsch­land. Eine aktu­el­le Ver­sor­gungs­at­las-Stu­die des Zen­tral­in­sti­tuts für die kas­sen­ärzt­li­che Ver­sor­gung weist ein Auf­tre­ten bei 2,3 Pro­zent unter gesetz­lich Ver­si­cher­ten aus.¹ Die Erkran­kung hat zwi­schen 2012 und 2022 um 72 Pro­zent zuge­nom­men.¹ Frau­en sind 5- bis 10-mal häu­fi­ger betrof­fen als Män­ner, der Erkran­kungs­gip­fel liegt zwi­schen dem 30. und 50. Lebens­jahr.² Sub­kli­ni­sche Ver­läu­fe (Labor­wer­te sind auf­fäl­lig, die Men­schen mer­ken davon aber noch nichts) wer­den auf 6 bis 10 Pro­zent geschätzt – die tat­säch­li­che Häu­fig­keit liegt also deut­lich höher als die Dia­gno­se­zah­len ver­mu­ten las­sen.³

In mei­ner Pra­xis ist die ganz­heit­li­che Behand­lung der Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis seit 25 Jah­ren ein zen­tra­ler Schwer­punkt. Die Auf­ga­be heißt nicht nur, die Beschwer­den zu lin­dern, son­dern her­aus­zu­fin­den, war­um das Immun­sys­tem die Schild­drü­se über­haupt angreift – und einen Behand­lungs­weg zu erar­bei­ten, der über das Erset­zen feh­len­der Hor­mo­ne hinausgeht.

Was bei Hash­i­mo­to im Kör­per passiert

Die Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis ist eine chro­ni­sche Ent­zün­dung der Schild­drü­se, die durch eine Fehl­steue­rung des Immun­sys­tems aus­ge­löst wird. Statt kör­per­frem­de Struk­tu­ren abzu­weh­ren, greift das Immun­sys­tem die eige­nen Schild­drü­sen­zel­len an. Im Blut sind dann Anti­kör­per gegen die Schild­drü­sen­per­oxi­da­se (TPO-AK) und gegen Thy­reo­glo­bu­lin (TG-AK) nachweisbar.

Im Ver­lauf wird Schild­drü­sen­ge­we­be zer­stört, die Hor­mon­pro­duk­ti­on sinkt, eine Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on ent­steht. Hash­i­mo­to ist die häu­figs­te Ursa­che der pri­mä­ren Hypo­thy­reo­se.²

Die Schild­drü­sen­hor­mo­ne Tri­jod­thy­ro­nin (fT3) und Thy­ro­xin (fT4) steu­ern die Akti­vi­tät des gesam­ten Stoff­wech­sels. Wenn sie feh­len oder die Zel­len nicht mehr rich­tig auf sie reagie­ren, sind die Fol­gen vielfältig:

  • Gewichts­zu­nah­me bei unver­än­der­ter Ernährung
  • Antriebs­lo­sig­keit, chro­ni­sche Erschöpfung
  • Wat­te­ge­fühl im Kopf (Brain Fog)
  • Tro­cke­nes Haar, Haarausfall
  • Tro­cke­ne Haut, aus­ge­präg­te Kälteempfindlichkeit
  • Trä­ge Ver­dau­ung, Verstopfung
  • Zyklus­stö­run­gen, Fertilitätsprobleme
  • Schwel­lun­gen (Öde­me) an Augen­li­dern, Armen, Beinen

Was vie­le nicht wis­sen: Bei etwa einem Vier­tel aller Hash­i­mo­to-Pati­en­tin­nen tre­ten Begleit­erkran­kun­gen auf – etwa Neben­nie­ren­schwä­che, HPU/KPU, Dia­be­tes, Vitili­go, rheu­ma­ti­sche Erkran­kun­gen, Glu­ten­sen­si­ti­vi­tät, Zöli­a­kie oder chro­nisch ent­zünd­li­che Darm­er­kran­kun­gen.² Das deu­tet auf das Grund­pro­blem hin: Die Auto­im­m­un­re­ak­ti­on betrifft sel­ten nur ein Organ.

War­um Schild­drü­sen­hor­mo­ne allein sel­ten ausreichen

Die schul­me­di­zi­ni­sche Stan­dard­the­ra­pie der Hash­i­mo­to-Erkran­kung besteht aus der Sub­sti­tu­ti­on mit L‑Thyroxin, gele­gent­lich ergänzt durch Selen. Das ist ein wich­ti­ger Bau­stein – aber er behan­delt das Sym­ptom, nicht die Ursache.

Das fehl­ge­lei­te­te Immun­sys­tem greift die Schild­drü­se wei­ter an, auch unter lau­fen­der Hor­mon­ga­be. Solan­ge die Aus­lö­ser die­ser Fehl­steue­rung unbe­han­delt blei­ben, schrei­tet der Gewebs­ab­bau fort. Genau das schil­dern vie­le Pati­en­tin­nen in mei­ner Pra­xis: „Trotz gut ein­ge­stell­ter Schild­drü­sen­hor­mo­ne geht es mir ein­fach nicht gut.«

Hash­i­mo­to ist des­halb kei­ne rei­ne Hor­mon­krank­heit, son­dern eine Erkran­kung des Immun­sys­tems – mit der Schild­drü­se als sicht­bars­tem Schau­platz. Eine ursa­chen­ori­en­tier­te Behand­lung berück­sich­tigt meh­re­re Ebe­nen gleichzeitig.

Eine fun­dier­te Dia­gnos­tik geht über TSH hinaus

Eine Hash­i­mo­to-Behand­lung beginnt mit einer prä­zi­sen Bestands­auf­nah­me. Der oft allein bestimm­te TSH-Wert reicht für eine wirk­lich aus­sa­ge­kräf­ti­ge Dia­gnos­tik nicht aus.

Schild­drü­sen­sta­tus und Antikörper

Neben TSH gehö­ren die frei­en Hor­mo­ne (fT3, fT4) und das rever­se T3 (rT3) zur Basis­dia­gnos­tik. Die Anti­kör­per gegen Schild­drü­sen­per­oxi­da­se (TPO-AK), gegen Thy­reo­glo­bu­lin (TG-AK) und gegen den TSH-Rezep­tor (TRAK) klä­ren, ob eine auto­im­mu­ne Kom­po­nen­te vor­liegt.²

Mikro­nähr­stof­fe und Entzündungsstatus

Bei Hash­i­mo­to-Pati­en­ten fin­de ich fast immer Defi­zi­te bei Selen, Jod, Eisen (Fer­ri­tin, Eisen, CRP) und Vit­amin D. Eine Ome­ga-3-Fett­säu­re­ana­ly­se gibt Auf­schluss über die Fähig­keit, Ent­zün­dun­gen ent­ge­gen­zu­wir­ken. Bei vege­ta­ri­scher oder vega­ner Ernäh­rung kom­men Gesamt­ei­weiß und Holo­trans­co­ba­la­min (akti­ves Vit­amin B12) hinzu.

Die Tem­pe­ra­tur­kur­ve

Labor­wer­te zei­gen, was im Blut gemes­sen wer­den kann – nicht aber, wie die Zel­len tat­säch­lich auf die Schild­drü­sen­hor­mo­ne reagie­ren. Hier hilft eine Tem­pe­ra­tur­kur­ve: vier Mes­sun­gen täg­lich (Mund­tem­pe­ra­tur) über meh­re­re Tage. Die Metho­de ist etwas auf­wen­dig, lie­fert aber oft genaue­re Hin­wei­se auf die Stoff­wech­sel­la­ge als rei­ne Blutwerte.

Darm­bar­rie­re und chro­ni­sche Belastungen

Im Dünn­darm sitzt mit dem darm­asso­zi­ier­ten lympha­ti­schen Gewe­be (GALT) ein erheb­li­cher Teil der kör­per­ei­ge­nen Immun­zel­len – nach gän­gi­ger Schät­zung etwa 70 Pro­zent. Eine gestör­te Darm­bar­rie­re („Leaky Gut«) lässt grö­ße­re Eiweiß­bruch­stü­cke aus der Nah­rung pas­sie­ren, die im Blut auf das Immun­sys­tem tref­fen. Eine nied­rig­gra­di­ge, chro­ni­sche Ent­zün­dung kann die Fol­ge sein. Mar­ker wie Zonu­lin und das intesti­na­le Fett­säu­re-Bin­dungs­pro­te­in (iFABP) im Serum geben Hin­wei­se auf den Zustand der Schleimhaut.

Chro­ni­sche Erreger

Ver­schie­de­ne Infek­tio­nen wer­den als mög­li­che Trig­ger einer Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis dis­ku­tiert. Am bes­ten unter­sucht ist die Reak­ti­vie­rung des Epstein-Barr-Virus (EBV): In einer aktu­el­len Stu­die wie­sen 48 Pro­zent der neu dia­gnos­ti­zier­ten Hash­i­mo­to-Pati­en­tin­nen eine EBV-Reak­ti­vie­rung auf, in der Kon­troll­grup­pe nie­mand. Auch Yer­si­nia ente­ro­co­li­ti­ca wird als Aus­lö­ser über mole­ku­la­re Mimi­kry (das Immun­sys­tem ver­sucht die chro­ni­schen Erre­ger anzu­grei­fen, erwischt dabei aber die Kör­per­zel­len, in denen die Erre­ger sich ver­steckt hal­ten) dis­ku­tiert; eine Meta-Ana­ly­se aus 2020 fand ein ver­mehr­tes Vor­kom­men bei Auto­im­mun­thy­reo­pa­thien (auto­im­mun beding­ten Schild­drü­sen­er­kran­kun­gen). Bei Heli­co­bac­ter pylo­ri ist die Stu­di­en­la­ge gemischt – ein­zel­ne Arbei­ten zei­gen einen Rück­gang der TPO-Anti­kör­per nach erfolg­rei­cher Behand­lung der Erre­ger mit Anti­bio­ti­ka. Zyto­me­ga­lie­vi­rus wird eben­falls als mög­li­cher Fak­tor genannt. Wel­che Erre­ger im Ein­zel­fall rele­vant sind, klärt sich über geziel­te Diagnostik.

Toxi­sche Metalle

Bei nahe­zu allen Hash­i­mo­to-Pati­en­tin­nen, die in mei­ner Pra­xis vor­stel­lig wer­den, fin­de ich Belas­tun­gen mit toxi­schen Metal­len – Queck­sil­ber, Blei, Arsen, Cad­mi­um, Alu­mi­ni­um. Die Dia­gnos­tik erfolgt über einen Pro­vo­ka­ti­ons­test mit anschlie­ßen­der Uri­n­ana­ly­se, ergänzt durch Ana­mne­se (Amal­gam­fül­lun­gen, beruf­li­che Expo­si­ti­on, Lebensumfeld).

Neben­nie­ren­funk­ti­on

Wenn die Schild­drü­se nicht opti­mal arbei­tet, kom­pen­siert die Neben­nie­re oft mit ver­mehr­ter Pro­duk­ti­on von Stress­hor­mo­nen. Das gleicht das Ener­gie­le­vel kurz­fris­tig aus, führt lang­fris­tig aber zu Erschöp­fung. Ein Cor­ti­sol-Spei­chel­test zu meh­re­ren Tages­zei­ten zeigt das Tagesprofil.

Nah­rungs­mit­tel-Unver­träg­lich­kei­ten

Reak­tio­nen auf glu­ten­hal­ti­ges Getrei­de, Milch­ei­weiß (Casein), Soja­pro­te­in, Hüh­ner­ei­klar oder bestimm­te tie­ri­sche Eiwei­ße kön­nen Ent­zün­dungs­pro­zes­se befeu­ern. Die Ermitt­lung erfolgt zunächst meist über den Bio­feld­test. Bei Bedarf kann eine labor­ba­sier­te Dia­gnos­tik nach struk­tu­rier­ter Eli­mi­na­ti­ons- und Pro­vo­ka­ti­ons­di­ät folgen.

Die Bau­stei­ne einer ursa­chen­ori­en­tier­ten Therapie

Aus den Befun­den ergibt sich ein indi­vi­du­el­ler Behand­lungs­plan. Wel­che Bau­stei­ne im Ein­zel­fall not­wen­dig sind und in wel­cher Rei­hen­fol­ge sie zum Ein­satz kom­men, hängt vom Befund­bild, dem Lei­dens­druck und der per­sön­li­chen Belast­bar­keit ab.

Mikro­nähr­stof­fe gezielt substituieren

Selen, Jod, Eisen, Vit­amin D, B‑Vitamine und Ome­ga-3-Fett­säu­ren wer­den auf Basis der Labor­wer­te gezielt aus­ge­gli­chen – nicht pau­schal nach Sche­ma. Eine Über­ver­sor­gung kann eben­so pro­ble­ma­tisch sein wie ein Man­gel. Bei Jod ist beson­de­re Vor­sicht gebo­ten: Eine zusätz­li­che Jod­ga­be ohne kla­re Indi­ka­ti­on kann die Ent­zün­dung der Schild­drü­se ver­stär­ken.²

Darm­schleim­haut und Mikrobiota

Die Wie­der­her­stel­lung der Darm­bar­rie­re steht oft am Anfang der The­ra­pie. Dazu gehö­ren eine anti­ent­zünd­li­che Ernäh­rung, geziel­ter Auf­bau der Darm­flo­ra, das Aus­set­zen iden­ti­fi­zier­ter Trig­ger-Lebens­mit­tel und die Behand­lung etwa­iger Dys­bio­sen. Sinn­voll beglei­tet wird das durch Mikro­nähr­stof­fe, die die Schleim­haut auf­bau­en helfen.

Erre­ger behandeln

Wer­den chro­ni­sche Erre­ger nach­ge­wie­sen, folgt die geziel­te Behand­lung. Je nach Erre­ger und Kon­sti­tu­ti­on kom­men schul- oder kom­ple­men­tär­me­di­zi­ni­sche Ver­fah­ren zum Ein­satz. Eine Era­di­ka­ti­on kann zur deut­li­chen Reduk­ti­on der Schild­drü­sen­au­to­an­ti­kör­per bei­tra­gen.

Schwer­me­tal­le ausleiten

Die Schwer­me­tall­aus­lei­tung erfolgt mit gut ver­träg­li­chen Che­lat­bild­nern, abge­stimmt auf die indi­vi­du­el­le Belas­tung und die Aus­schei­dungs­ka­pa­zi­tät. Beglei­tet wird sie durch Mikro­nähr­stoff­sub­sti­tu­ti­on und Unter­stüt­zung der Ent­gif­tungs­or­ga­ne (Leber, Nie­re, Darm).

Mikro­im­mun­the­ra­pie

Wenn die Grund­la­gen geschaf­fen sind – Mikro­nähr­stof­fe aus­ge­gli­chen, Darm regu­liert, Erre­ger und Metal­le behan­delt – bleibt die zen­tra­le Auf­ga­be: das fehl­ge­lei­te­te Immun­sys­tem neu zu kalibrieren.

Die Mikro­im­mun­the­ra­pie kommt bei Hash­i­mo­to-Pati­en­tin­nen in mei­ner Pra­xis regel­mä­ßig zum Ein­satz. Sie arbei­tet mit Zyto­ki­nen – kör­per­ei­ge­nen Boten­stof­fen, mit denen Immun­zel­len unter­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Die im Labor her­ge­stell­ten Zyto­kin-Prä­pa­ra­te wer­den in Low- oder Ultra-Low-Dosie­run­gen ein­ge­setzt und sol­len die fehl­ge­lei­te­te Immun­re­ak­ti­on regu­lie­ren. Je nach Befund wer­den wei­te­re immun­mo­du­lie­ren­de Ver­fah­ren indi­vi­du­ell ausgewählt.

So läuft die Bera­tung in mei­ner Pra­xis ab

Ein Bera­tungs­ge­spräch beginnt mit einer aus­führ­li­chen Ana­mne­se. Wann began­nen die Beschwer­den? Wel­che Vor­er­kran­kun­gen, Ope­ra­tio­nen, Anti­bio­ti­ka­the­ra­pien gab es in der Vor­ge­schich­te? Wie steht es um Ernäh­rung, Schlaf, Stress, hor­mo­nel­le Pha­sen? Wel­che Behand­lun­gen wur­den bereits ver­sucht? Damit wir die 60 Minu­ten beim Erst­ge­spräch opti­mal nut­zen kön­nen, sen­de ich Ihnen vir unse­rem Ter­min einen digi­ta­len Fra­ge­bo­gen zu, den Sie ent­spannt zu Hau­se aus­fül­len kön­nen. Brin­gen Sie Ihre bis­he­ri­gen Befun­de gern mit – so kön­nen wir gemein­sam ein­ord­nen, was schon abge­klärt ist.

Aus der Ana­mne­se ergibt sich, wel­che Dia­gnos­tik im ers­ten Schritt sinn­voll ist und in wel­cher Rei­hen­fol­ge. Häu­fig steht die Beur­tei­lung der Darm­schleim­haut und des Mikro­nähr­stoff­sta­tus am Anfang, par­al­lel die Schild­drü­sen- und Antikörperdiagnostik.

Beim zwei­ten Ter­min bespre­chen wir die Befun­de im Detail und ent­wi­ckeln gemein­sam einen Behand­lungs­plan. Man­che Pati­en­tin­nen bevor­zu­gen ein schritt­wei­ses Vor­ge­hen, ande­re möch­ten bei hohem Lei­dens­druck par­al­lel an meh­re­ren The­men arbei­ten – bei­des ist mög­lich. Sie ent­schei­den mit.

Die­se Infor­ma­ti­on ersetzt kei­ne ärzt­li­che Bera­tung. Eine begon­ne­ne Behand­lung mit Schild­drü­sen­hor­mo­nen soll­te nur in Abspra­che mit der behan­deln­den Ärz­tin oder dem behan­deln­den Arzt ver­än­dert werden.

Bera­tungs­ter­mi­ne in Ham­burg und online

Die Bera­tung bie­te ich in mei­ner Pra­xis in Ham­burg-St. Georg an, eben­so als Video­sprech­stun­de im gesam­ten deutsch­spra­chi­gen Raum. Den Erst­ter­min lege ich bevor­zugt in die Pra­xis, da die Blut­ab­nah­me nur vor Ort in der Pra­xis mög­lich ist und der Gesetz­ge­ber Fern­dia­gno­sen ver­bie­tet. Fol­ge­ter­mi­ne kön­nen auch online stattfinden.

Ein Bera­tungs­ge­spräch dau­ert in der Regel 60 Minu­ten. Sie erhal­ten eine schrift­li­che Zusam­men­fas­sung mit Emp­feh­lun­gen, die Sie auch an mit­be­han­deln­de Ärz­tin­nen und Ärz­te wei­ter­ge­ben können.

Ter­min tele­fo­nisch ver­ein­ba­ren: 040 20933810

Picture of Kai Stefan Haschke | Heilpraktiker in Hamburg
Kai Ste­fan Hasch­ke | Heil­prak­ti­ker in Hamburg 

Kai Ste­fan Hasch­ke ist Heil­prak­ti­ker in Ham­burg St. Georg. Zuge­las­sen seit 1999, seit 2000 in eige­ner Pra­xis – zunächst in Stutt­gart, seit 2010 in Ham­burg, seit 2018 am Holz­damm gegen­über dem Hotel Atlan­tic. Behand­lungs­schwer­punk­te: Auto­im­mun­erkran­kun­gen (beson­ders Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis), chro­ni­sche Beschwer­den, Ernäh­rungs- und Stoff­wech­sel­the­ra­pie, indi­vi­du­el­le Krebsberatung.

Mit­glied im Fach­ver­band Deut­scher Heil­prak­ti­ker (FDH) und im Arbeits­kreis für Kli­ni­sche Toxi­ko­lo­gie der DGUHT.

→ Ter­min ver­ein­ba­ren: 040 20933810

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Kai Ste­fan Hasch­ke | Heil­prak­ti­ker in Hamburg 

Kai Ste­fan Hasch­ke ist Heil­prak­ti­ker in Ham­burg St. Georg. Zuge­las­sen seit 1999, seit 2000 in eige­ner Pra­xis – zunächst in Stutt­gart, seit 2010 in Ham­burg, seit 2018 am Holz­damm gegen­über dem Hotel Atlan­tic. Behand­lungs­schwer­punk­te: Auto­im­mun­erkran­kun­gen (beson­ders Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis), chro­ni­sche Beschwer­den, Ernäh­rungs- und Stoff­wech­sel­the­ra­pie, indi­vi­du­el­le Krebsberatung.

Mit­glied im Fach­ver­band Deut­scher Heil­prak­ti­ker (FDH) und im Arbeits­kreis für Kli­ni­sche Toxi­ko­lo­gie der DGUHT.

→ Ter­min ver­ein­ba­ren: 040 20933810

Ers­te Ver­bes­se­run­gen tre­ten häu­fig nach acht bis zwölf Wochen auf – mehr Ener­gie, kla­re­rer Kopf, weni­ger Beschwer­den. Für eine nach­hal­ti­ge Regu­la­ti­on des Immun­sys­tems soll­te ein Behand­lungs­zeit­raum von sechs bis zwölf Mona­ten ein­ge­plant wer­den. Die tat­säch­li­che Dau­er hängt von der Anzahl der zu bear­bei­ten­den The­men, der indi­vi­du­el­len Belast­bar­keit und der Reak­ti­on auf die ein­zel­nen Behand­lungs­schrit­te ab.

Nein, das ist nur in Aus­nah­me­fäl­len mög­lich und hängt davon ab, wie weit die Schild­drü­se bereits geschä­digt ist. Ein Schild­drü­senul­tra­schall beim Inter­nis­ten oder Endo­kri­no­lo­gen klärt das Volu­men. Bei einem Schild­drü­sen­vo­lu­men unter 6 ml (bei Frau­en) oder 8 ml (bei Män­nern) ist die Eigen­pro­duk­ti­on meist so ein­ge­schränkt, dass eine Hor­mon­sub­sti­tu­ti­on dau­er­haft not­wen­dig bleibt. Bei Volu­mi­na unter 4 ml liegt eine fort­ge­schrit­te­ne Gewe­be­zer­stö­rung vor.⁸ Das Ziel ist in die­sen Fäl­len nicht der Hor­mon­ver­zicht, son­dern eine mög­lichst gute Lebens­qua­li­tät trotz Hor­mon­ein­nah­me – und die Reduk­ti­on der Auto­im­mun­ak­ti­vi­tät, die das ver­blie­be­ne Gewe­be wei­ter zer­stört. Ver­än­de­run­gen der Hor­mon­do­sis erfol­gen immer in Abspra­che mit der behan­deln­den Ärz­tin oder dem behan­deln­den Arzt.

Labor­wer­te zei­gen, was im Blut zir­ku­liert. Sie sagen wenig dar­über aus, wie die Zel­len tat­säch­lich auf die Schild­drü­sen­hor­mo­ne reagie­ren. Man­che Pati­en­tin­nen haben for­mal „nor­ma­le« Wer­te und füh­len sich trotz­dem schlecht. Die Mund­tem­pe­ra­tur über meh­re­re Tage gemes­sen lie­fert ein Bild davon, wie aktiv der Stoff­wech­sel auf Zell­ebe­ne wirk­lich ist. Die­se Infor­ma­ti­on ergänzt das Labor­bild – sie ersetzt es nicht.

Die schul­me­di­zi­ni­sche Behand­lung ersetzt das feh­len­de Schild­drü­sen­hor­mon. Das ist sinn­voll und in den aller­meis­ten Fäl­len not­wen­dig. Eine ursa­chen­ori­en­tier­te Behand­lung fragt zusätz­lich: War­um greift das Immun­sys­tem die Schild­drü­se über­haupt an? Wel­che Trig­ger las­sen sich iden­ti­fi­zie­ren – Darm­bar­rie­re, Erre­ger, Schwer­me­tal­le, Mikro­nähr­stoff­man­gel? Der Fokus liegt auf der Regu­la­ti­on, nicht nur auf dem Ersatz.

Die Basis bil­den TSH, frei­es T3, frei­es T4, rever­ses T3 sowie die Anti­kör­per TPO-AK, TG-AK und TRAK. Hin­zu kom­men Mikro­nähr­stof­fe (Jod, Selen, Eisen, Fer­ri­tin, Vit­amin D), Ome­ga-3-Fett­säu­re­pro­fil, Darm­mar­ker (Zonu­lin, iFABP) und – je nach Ver­dacht – Cor­ti­sol-Tages­pro­fil, Schwer­me­tall­ana­ly­se oder Erre­ger­dia­gnos­tik. Wel­che Para­me­ter im kon­kre­ten Fall sinn­voll sind, ergibt sich aus der Ana­mne­se und der bis­he­ri­gen Befundlage.

Im Darm sitzt ein erheb­li­cher Teil der kör­per­ei­ge­nen Immun­zel­len – nach gän­gi­ger Schät­zung etwa 70 Prozent.⁴ Eine gestör­te Darm­bar­rie­re lässt grö­ße­re Eiweiß­bruch­stü­cke ins Blut gelan­gen, die das Immun­sys­tem akti­vie­ren. Die­se chro­ni­sche, nied­rig­gra­di­ge Akti­vie­rung kann an der Ent­ste­hung und am Fort­schrei­ten von Auto­im­mun­erkran­kun­gen betei­ligt sein. Die Wie­der­her­stel­lung der Schleim­haut­funk­ti­on ist des­halb ein zen­tra­ler The­ra­pie­an­satz – nicht nur bei Ver­dau­ungs­be­schwer­den, son­dern bei nahe­zu allen auto­im­mun­be­ding­ten Erkrankungen.

Ver­schie­de­ne chro­ni­sche Erre­ger wer­den als mög­li­che Trig­ger dis­ku­tiert. Am bes­ten unter­sucht ist die Reak­ti­vie­rung des Epstein-Barr-Virus: Eine aktu­el­le Stu­die wies bei 48 Pro­zent der neu dia­gnos­ti­zier­ten Hash­i­mo­to-Pati­en­tin­nen eine EBV-Reak­ti­vie­rung nach, in der Kon­troll­grup­pe niemand.⁵ Auch Yer­si­nia ente­ro­co­li­ti­ca und Heli­co­bac­ter pylo­ri wer­den als Aus­lö­ser über mole­ku­la­re Mimi­kry untersucht.⁶ ⁷ Ob ein Erre­ger im Ein­zel­fall eine Rol­le spielt, klärt sich über geziel­te Diagnostik.

Queck­sil­ber, Blei, Arsen, Cad­mi­um und Alu­mi­ni­um kön­nen Enzym­funk­tio­nen stö­ren, das Immun­sys­tem belas­ten und Auto­im­mun­pro­zes­se begüns­ti­gen. Bei nahe­zu allen Hash­i­mo­to-Pati­en­tin­nen, die in mei­ne Pra­xis kom­men, las­sen sich sol­che Belas­tun­gen nach­wei­sen. Die Dia­gnos­tik erfolgt über einen Pro­vo­ka­ti­ons­test mit anschlie­ßen­der Uri­n­ana­ly­se, die The­ra­pie über geziel­te Aus­lei­tung mit gut ver­träg­li­chen Che­lat­bild­nern – immer abge­stimmt auf die indi­vi­du­el­le Ver­träg­lich­keit und Ausscheidungskapazität.

Heil­prak­ti­ker-Leis­tun­gen wer­den von gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen in der Regel nicht erstat­tet. Pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­run­gen und Heil­prak­ti­ker-Zusatz­ver­si­che­run­gen erstat­ten je nach Tarif antei­lig oder voll­stän­dig. Wei­te­re Infos zur Erstat­tung fin­den Sie in den FAQs auf der Start­sei­te.

Den Erst­ter­min lege ich bevor­zugt in die Pra­xis, da eine Blut­ab­nah­me per Video noch nicht mög­lich ist. Zudem ver­bie­tet das Gesetz das Stel­len von Fern­dia­gno­sen. Fol­ge­ter­mi­ne kön­nen auch als Video­sprech­stun­de statt­fin­den – das ist für Pati­en­tin­nen aus dem Ham­bur­ger Umland oder von außer­halb oft eine sinn­vol­le Option.

Im ers­ten Ter­min neh­me ich mir 60 Minu­ten Zeit. In die­ser Zeit erfas­se ich Beschwer­den, Vor­er­kran­kun­gen, bis­he­ri­ge Befun­de und Lebens­um­stän­de im Detail. Auf die­ser Basis ent­steht ein Vor­schlag für die wei­te­re Dia­gnos­tik und ers­te the­ra­peu­ti­sche Schrit­te. Sie erhal­ten eine schrift­li­che Zusam­men­fas­sung der Emp­feh­lun­gen. Fol­ge­ge­sprä­che die­nen der Aus­wer­tung von Befun­den, der Anpas­sung des Vor­ge­hens und der Beglei­tung im wei­te­ren Verlauf.

Häu­fig gestell­te Fragen

Es gibt Fra­gen zur Hash­i­mo­to-Behand­lung, die mir oder dem Pra­xis­team häu­fi­ger gestellt wer­den. Hier fin­den Sie die Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen. Wenn Ihre Fra­ge hier nicht beant­wor­tet wird, scheu­en Sie sich nicht und schi­cken uns Ihre Fra­ge über das Kon­takt­for­mu­lar oder per E‑Mail.

Quel­len

¹ Zen­tral­in­sti­tut für die kas­sen­ärzt­li­che Ver­sor­gung (Zi). Ver­sor­gungs­at­las-Stu­die: Ent­wick­lung der Prä­va­lenz dia­gnos­ti­zier­ter Auto­im­mun­erkran­kun­gen im Zeit­raum 2012–2022. Ber­lin, Novem­ber 2024.
² Lim­bach-Grup­pe. Hash­i­mo­to-Thy­reo­idi­tis: Die häu­figs­te Ursa­che einer Hypo­thy­reo­se. Fach­in­for­ma­ti­on 2025.
³ Hol­lo­well JG, Staeh­ling NW, Fland­ers WD et al. Serum TSH, T(4), and thy­ro­id anti­bo­dies in the United Sta­tes popu­la­ti­on (1988 to 1994): NHA­NES III. Jour­nal of Cli­ni­cal Endo­cri­no­lo­gy and Meta­bo­lism 2002; 87(2):489–499.
Vighi G, Mar­cuc­ci F, Sen­si L, Di Cara G, Fra­ti F. Aller­gy and the gas­tro­in­testi­nal sys­tem. Cli­ni­cal and Expe­ri­men­tal Immu­no­lo­gy 2008; 153(Suppl 1):3–6. Sowie: Stein­hoff U. Auto-immu­ni­ty and the gut. Best Prac­ti­ce & Rese­arch Cli­ni­cal Gas­tro­en­te­ro­lo­gy 2014; 28(6):1161–1171.
Wojt­aszek E, Sut­kows­ka-Stępień K, Pel­ka M et al. Does Epstein–Barr virus and intracel­lu­lar Toll-like recep­tors affect the cour­se of Hash­i­mo­to dise­a­se? Fin­dings from stu­dies on new­ly-dia­gno­sed pati­ents. Polish Archi­ves of Inter­nal Medi­ci­ne 2024.
Bag­he­ri M, Rogha­ni-Shahr­a­ki H, Naja­ri M et al. Asso­cia­ti­ons of Yer­si­nia ente­ro­co­li­ti­ca Infec­tion with Auto­im­mu­ne Thy­ro­id Dise­a­ses: A Sys­te­ma­tic Review and Meta-Ana­ly­sis. Endo­cri­ne, Meta­bo­lic & Immu­ne Dis­or­ders – Drug Tar­gets 2020; 21(8):1442–1449.
Shaja­ri M, Rezaei M, Osma­ni F et al. Cor­re­la­ti­on bet­ween Auto­im­mu­ne Hashimoto’s Thy­ro­idi­tis and Heli­co­bac­ter pylo­ri Infec­tion: A Case-Con­trol Stu­dy. Midd­le East Jour­nal of Diges­ti­ve Dise­a­ses 2024; 16(4):230–234.
Catu­reg­li P, De Remi­gis A, Rose NR. Hash­i­mo­to thy­ro­idi­tis: cli­ni­cal and dia­gno­stic cri­te­ria. Auto­im­mu­ni­ty Reviews 2014; 13(4–5):391–397. Sowie: Wikipedia/Lehrbuchwerte zur atro­phen Ver­laufs­form (Schild­drü­sen­vo­lu­men unter 6 ml bei Frau­en, unter 8 ml bei Männern).